SCHEEßEL

Bei Dunker Müller aus Reeßum brennen die Passagiere geradezu darauf, die ungewohnte Ballonfahrt anzutreten. Mit seinem farbenfrohen Ballon soll es ganz furchtlos auf eine anderthalb stündige Fahrt in rund 2.000 Fuß Höhe über Brockel, Landkreis Rotenburg Wümme und dem Landkreis Verden ganz nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" gehen.
Der Wetterdienst hat wiedermal recht behalten, zum Starttermin eine ideale, sonnige Lage: mit Blick frei auf Scheeßel und Hemslingen und im Süden Visselhövede, Neuenkirchen und Soltau bis tief in die Nord-Heide.
Dunker's Verfolger Erich Gans aus Bothel hat die Teilnehmer Burkhard Sackmann, Mary & Wolfgang Bretzke, Edelgard Lüdemann, Heiner Tewes und Anhang vorher mit dem VW Busse vom Treffpunkt am Autohaus Viets zum Startplatz einer Wiese am Ortsrand in Richtung Scheeßel gefahren. Im Anhänger lag der Korb aus Weidengeflecht, die Hülle und Gerätschaft von dem Ballon. Am Startplatz, angrenzend an der Y-Trasse, angekommen, gibt Dunker seinen Passagieren eine Sicherheitseinweisung: Nicht auf den Korbrand setzen. Bei der Landung immer schön in die Hocke gehen.
In der folgenden halben Stunde machen sich alle Anwesenden daran, den Ballon aufzurüsten: Sie packen das Equipment aus dem Anhänger des Busses, verteilen Korb, Ballonhülle, Gasflaschen und Seile auf der Wiese. Drei Mann zwei Frauen ziehen die 32 Meter lange Ballonhülle aus dem Verpackungssack, die Ballonhülle wird ausgebreitet in Form gezogen, mit einem Ventilator blasen sie dann die Luft in die Ballonhülle. In weniger als 8 Minuten wächst die Ballonhülle Meter für Meter zu einem Kollos heran, der die Menschen um ihn herum wie Winzlinge aussehen lässt. 30 Meter hoch türmt sich sein Ballon auf, wenn er wie heute die 6.000 Kubikmeter Hüllenluft mit dem Flüssiggasbrenner auf rund 100 Grad Celsius erwärmt, lässt das den Ballon steigen. Sobald sich der Ballon vollständig aufgerichtet hat, die Aufrüstflasche ausgetauscht, die Instrumente nachgestellt, das Topseil befestigt ist, gehen die Passagiere auch an Bord.
Wenig später Funkprobe und Funkkontakt mit dem Bodenfahrzeug das abheben des Ballons vom Gras erfolg sanft in die Höhe. Ohne diesen Fahrstuhl Effekt! Über die Brockeler Mühle hinweg, die immer weiter zurückbleibt, bis der breite dunkle Schatten des Ballons nicht mehr in die Gärten von Brockel fällt und der Nord-Nordostwind sie über Wittorf in Richtung Walsrode trägt. Während die Erde langsam unter ihnen vorbeizieht, gleiten sie in völliger Ruhe dahin, mit Blick auf eine Miniaturlandschaft aus Feldern, Wäldern, Wiesen, Bachläufen und den Bullensee. Die Vogelperspektive ermöglicht ein faszinierendes Panorama auf die Heideorte Schneeverdingen, Soltau, Bad Fallingborstel.
Keine lärmenden Flugzeuge im Luftraum stören diese Ballonfahrt über den Südkreis. Am Startplatz zurückgeblieben steigen die Helfer derweil in die Fahrzeuge. Sie übernehmen die Rolle der Verfolger, die für den Rücktransport verantwortlich sind. Mit dem Funkgerät stehen sie immer mit den Ballonpiloten in Verbindung. Sobald die grobe Richtung für die Verfolger feststeht, fahren sie los. Dunker bietet seine Ballonfahrten, für die Interessenten die sogar aus Hamburg und Bremen anreisen und die zu fast 90 Prozent zu Anlässen wie Hochzeiten oder Betriebsausflügen oft auch als Gutschein verschenkt werden, im Sommer und im Winter an. Die Ballonfahrt vorbei an den Ortschaften Wittorf, Jeddingen und Kirchlinteln. Bei Sankt Pauli über die Bahngleise der Eisenbahn auf Lohheide zu, der Verfolger Erich und seine Kollegen folgen dem Ballon, die nur selten aus dem Sichtfeld verschwinden. Für den Ballonpiloten steht nach einer Tieffahrt, hinter der Autobahn A7, bei dem sie das Terrain genauer inspizieren, der Landeplatz fest: ein Flurstück hinter einem Bauernhof in der Schneeheide nähe Hodenhagen an der Aller. Hier treffen sich Ballonfahrer und Verfolger aufeinander und laden die Ausrüstung wieder für den Rücktransport ein.
Zum Schluss folgt das Taufritual: eine Art Ritterschlag, bei dem Dunker jeden Passagier feierlich in die Kaste der Ballonfahrer begrüßt. Es fallen skurrile Sätze wie "Heiner Tewes, du wirst in den Adelsstand der Ballonfahrer aufgenommen: als Graf Heiner mutiger Ballonfahrer der Ballonfahrt über Brockel, Wiedau und Rodau". Dieses Ritual verpflichte auch nur noch vom "Ballonfahren" zu sprechen - wenn sie es denn nicht vergessen.





zurück zur Startseite
zurück zu Kurz & Knapp



Sandsäcke
Schwangerschaft

© 2012 Ballonfahrten Dunker Müller