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Aufzeichnung einer Urlauberin aus Hannover: Samstagnachmittag. Heute soll der Heißluftballon von dem Natur- und Erlebnispark am Vörder See in Bremervörde aus starten. Nachdem es gestern und heute geregnet hat, ist für 17 Uhr ein "Treffen" angesetzt. Dunker Müller Ballonpilot aus Reeßum mit dem blauen VW Ballon will mich mitnehmen. Herr Klose, der Wetterfrosch vom Flughafen in Hamburg, sagte für den Abend schönes Wetter voraus. 18.30 Uhr: Es wird heller und die Sonne kommt wirklich raus. Doch die Flaggen auf dem Gelände zeigen mächtig viel Wind und wechselnde Windrichtungen an, so dass der Pilot nicht an den Start geht. Neuer Starttermin jetzt: Sonntag.
Der nächste Morgen. Nach dem Treffen um sechs Uhr (!) sitzen wir mit dem Piloten beim Kaffee im "Haus am See" mit Apotheker- und Bauerngarten. Dichter Nebel verhindert erneut den Start. Auch die Fahnen zeigten kaum Wind an. Also keine Chancen, dass die weiße Wand verschwindet. Erneut Startverschiebung, diesmal auf 18 Uhr. Ab 17 Uhr bewegt sich auf dem Startplatz das Fahrzeug. Der Korb aus geflochtenem Peddigrohr wird ausgepackt, die (schlaffe) Ballonhülle ausgerollt und ein riesiger Ventilator aufgestellt Das starke Gebläse bringt mächtig Luft in die Nylonhülle, so dass sich der Ballon schnell aufbläht. Jetzt wird der Doppelbrenner eingeschaltet. Meterlange Flammen erwärmen die kalte Luft - und schon richtet sich der 4500 Kubikmeter große Ballon auf. Alles muss ganz schnell gehen. Rein in den Korb und mit weiteren Feuerstößen hebt sich der Ballon in die Lüfte. Begleitet vom fauchenden Brenner haben wir in wenigen Minuten eine ansehnliche Höhe erreicht. Zügig passieren wir die Skulpturen-Wiese, die NABU-Umweltpyramide und die Spiel- und Wasserlandschaft, während wir weiter steigen. Pilot Dunker Müller ist zufrieden, wir nehmen ein wenig Fahrt auf. Aus der Höhe ist die Sicht ungewohnt aber gut, mit ca. 50 km Sicht bis nach Bremerhaven, ich konnte die ganze Küste sehn. Aber das ändert sich jetzt: Wir sinken, da wir weiter unten mehr Fahrt machen. Schnell haben wir die Elbe erreicht und Dunker hat mit seiner Tochter Katharina Funkkontakt, die zwischen Elm und Oldendorf fährt. Sie fährt im Begleitfahrzeug am Boden, auch "Verfolger" genannt. Nachdem wir links an dem Flugplatz Agathenburg vorbei sind, kann ich bis weit nach Schleswigholstein schauen. Weiter geht der Weg auf Stade zu mit der über 1000jährigen Geschichte! Geschichte, die nicht nur in Museen lebendig ist sondern auch in einer beispielhaft sanierten Altstadt. Die Fahrt über die Altstadt ist ein Streifzug durch die Geschichte. Wasser spielt in Stade wohl die Hauptrolle: So auch am Alten Hansehafen, neben den vielen schmucken Bürgerhäusern sucht Dunker schon einen Landeplatz. Nach einer Weile über dem Alten Land, über Obstbäume, Wiesen und Deichen und entlang zahlreicher Kanäle- und Wasserläufe wie Wümme und Oste steht fest, wir landen unterhalb der Elbe im Alten Land. Jetzt heißt es, gut festhalten und leicht in die Hocke gehen, um das Aufsetzten abzufedern. Die Landung klappt perfekt. Der Korb steht auf einer kleinen Zufahrtsstraße nach Siebenhöfen. Schnell sind einige Helfer da, die mit anpacken. Die "Verfolger" sind auch eingetroffen und gemeinsam wird die Hülle zusammengelegt und verpackt. Nachdem alles verstaut ist, kommt meine Ballonfahrertaufe. Dunker Müller erklärt mir, dass Ludwig XVI. verfügt hat, dass nur Adelige Ballon fahren dürfen. Daher werde ich jetzt mit Erde, Feuer und Sekt in den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben. Nach einem Glas Sekt geht es zurück zum Startplatz, dem Ausgangspunkt unsere Ballonfahrt in Bremervörde.
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Ballonfahrt über Bremervörde
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