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Wir starteten den Tag mit Zuversicht und voller Hoffnung, dass uns das Wetter nicht wieder einen Streich spielt, denn heute sollte es endlich mit einem Heißluftballon in die Lüfte gehen. Doch das Wetter war nicht so gut wie erwartet, sollte unsere Ballonfahrt wie auch schon an den anderen Terminen wortwörtlich ins Wasser fallen? Dennoch hat die Abhängigkeit von den Wetterverhältnissen uns nicht Trübsal blasen lassen, sondern ließ unsere Vorfreude auf unser Abenteuer wachsen. Und wider alle erwarten bekamen wir das telefonische "OK" für unseren himmlischen Ausflug in den Nachmittagsstunden. Noch waren nicht alle überzeugt, doch erst einmal am Startplatz angekommen, zusammen mit der Balloncrew und ihrem komplettem Equipment, waren auch die letzten Zweifel ausgeräumt. Nun sollte es wirklich losgehen.
Die Aufregung wuchs in den angespannten Gemütern, aber für nervöses hin und her Gezappel blieb keine Zeit, denn jetzt hieß es "Anpacken"! Nach professionellen Einweisungen und Sicherheitskontrollen durch den Piloten Dunker Müller, waren kräftiges Zupacken beim Aufbauen und vor allem Taktgefühl für das Team gefragt: die Hülle, die uns später tragen sollte, wurde flach auf der Wiese ausgebreitet, der Weidenkorb der uns halt unter den Füßen gab um 90° gekippt und der Blouwer pustete kalte Luft in den gigantische Ausmaßen annehmenden Hülle. Und ruckzuck waren die Ballone abfahrtbereit. Aufgeteilt in zwei Gruppen, nach Körpergröße, Muskelkraft und allgemeiner Leibesbeschaffenheit sortiert, konnte unser Abenteuer beginnen.
Nach dem Kribbeln im Bauch vom Aufstieg in Richtung Himmel, genossen wir den verhallenden Straßenlärm, verspürten die Ruhe, vernahmen das Rauschen des Windes und genossen die unbeschreibliche Aussicht. Von oben sieht die Welt wie ein Spielzeugland aus. Ganz Sottrum lag zu unseren Füßen, beinahe zum Anfassen. Unsere Häuser, die unserer Freunde und Verwandten, aber auch sämtliche Immobilien, die schon in unseren Händen waren, sogar unsere Sparkasse konnten wir aus einer ganz anderen Perspektive bestaunen: die ganze Gemeinde einmal von oben. Die Wälder, Wiesen und Felder lagen fast unwirklich unter uns. Es war als wäre man mitten drin und trotzdem war es so unbeschreiblich ruhig und still. Eine Erholung der Sinne von der eingebürgerten Hektik, dem Stress und der Routine des Alltags. Wir schlossen die Augen, atmeten tief ein und konnten die Freiheit eines Vogels fühlen.
"Der Weg ist das Ziel", ist bei keiner Fortbewegungsart so treffend wie bei einer Ballonfahrt. Wo man landet entscheidet allein der Wind. Und der Wind trug uns zum Hellweger Flugplatz Wese/Wümme, das heißt einer der beiden Piloten verfehlte ihn und landete auf einen jüngst gedüngten Acker in der Nähe. Aber das entband uns nicht von der Aufgabe die Heißlufthülle wieder in ihren kleinen Sack zurückzuzwängen und auf dem Anhänger zusammen mit der anderen Ausrüstung zu verstauen. Aber wie es sich in einem richtigen Team gehört, fassten auch hier alle mit an und alles war postwendend verpackt. Als nächstes stand die Taufezeremonie auf dem Plan, die wir allerdings nicht auf dem muffigen Acker, sondern auf dem Flugplatz feierten: in Demut niederkniend, mit einer Mischung aus Sekt, Feuer, Erde und dem Geruch von verbrannten Haaren, bekamen die Himmelsstürmer ihre Taufsprüche. "Mit dem Feuer, das uns in die Lüfte erhoben hat, die Erde die uns wieder hat und dem Saft, den wir so lieben, hörst du auf den Namen 'Prinzessin Alexandra', ihre erste heißersehnte Ballonfahrt, genießende Ballonfahrerin zu Sottrum.", mit ähnlichen Worten wurden wir zu Adeligen der Lüfte gekrönt. In gemütlicher Runde, mit einem romantischen Sonnenuntergang im Rücken ließen wir, als frischgebackene Prinzen, Grafen und Prinzessinnen den Abend mit einem irdischen Picknick ausklingen und tauschten die noch immer unfassbaren Eindrücke unserer besonderen und unvergesslichen Geschäftsstellentour aus. (Text: Alexandra Müller)
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